Bootswagen Herkules

Unser smarter Bootswagen Kholàya lässt zwar die Paddlerherzen höher schlagen, ist aber keinesfalls für alle denkbaren Anwendungen die beste Wahl.
Für alle Paddler, die einen sehr robusten, leicht laufenden, einfach zu handhabenden und dennoch preisgünstigen Bootswagen suchen, haben wir deshalb unseren Herkules entwickelt. Durch die robuste Konstruktion, 10 unterschiedliche Räder sowie der freien Konfigurierbarkeit der Wagenbreite und damit des Holmabstands, lässt sich der Wagen auf die unterschiedlichsten Boote und Einsatzbereiche optimal anpassen, vom schmalen K1 bis zum breiten Canadier (bzw. auch für Ruderboote, Schlauchboote, kleine Jollen und Katamarane).
Für Faltboote und Schlauchboote empfehlen wir, aufgrund der torsionssteifen Bauweise, immer den Herkules statt des Kholàyas.
Der Herkules ist dabei genauso schnell und einfach zerlegt wie der Kholàya gefaltet wird, das Packmaß ist, bei gleichen Rädern, vergleichbar. Bei beengten Platzverhältnissen kann es sogar vorteilhaft sein, die Einzelteile des Wagens getrennt voneinander verstauen zu können.

          * Höhe, Packmaß und Zuladung sind auch von gewählter Bereifung abhängig

Welcher Herkules ist für mich der Richtige:

Wir haben uns entschlossen ab 2014 die Varianten des Herkules nach Rädern zu strukturieren, da diese das Erscheinungsbild des Wagens am meisten beeinflussen. Von den Rahmenbauteilen und der Konfigurierbarkeit sind alle Modelle identisch, wir haben lediglich im Einzelfall einige nicht sinnvolle Varianten entfernt. Insbesondere kann jeder Herkules in der Breite und damit im Abstand der Auflageholme frei konfiguriert werden. Hier der Versuch, eine grobe Orientierung für die Wahl des richtigen Modells zu geben. Alle Aussattungsoptionen sind weiter unten noch einmal detailliert beschrieben

für eine Übersicht der Herkules-Modelle bitte nach oben scrollen ! --- Bilder sind durch Anklicken vergrößerbar!

Bootswagen Herkules - Bestellvarianten

Wir fertigen unsere Bootswagen selbst und können daher flexibel auf die Wünsche unserer Kunden reagieren. Standardmäßig bieten wir den Herkules wahlweise mit verschiedenen Holmlängen und Auflagen, unterschiedlichen Rädern mit Gleit- oder Kugellagern und, das wichtigste zum Schluss, fast beliebigen Breiten an. Sonderanfertigungen für spezielle Boote und Einsatzzwecke sind möglich.
Nachfolgend werden die Optionen detailliert beschrieben.

Stütze:

Der Herkules ist sowohl mit als auch ohne Stütze erhältlich. Die Stütze ist zum Beladen des Bootswagens erforderlich wenn man allein unterwegs ist, da der Wagen mit der Stütze fast aufrecht steht und man das Boot auf den Wagen drehen kann. Wer immer zu Zweit unterwegs ist, kann auf den Komfort der Stütze ggf. verzichten. Dies spart ein paar Euro und etwa 100 Gramm. Die Stützen sind auch nachrüstbar.

Auflagen und Holme:

Die steckbaren quadratischen Holme sind wahlweise in 30 und 40 cm Länge* erhältlich. Die kurzen Holme sind für Boote mit steifem Rumpf normalerweise völlig ausreichend. Für weichere bzw. empfindliche Boote sind die langen Holme die bessere Wahl(auf Wunsch fertigen wir aber auch noch längere Holme, das dauert dann aber etwas).
Die Holme werden in die Radbeine gesteckt und mit der mitgelieferten Griffschraube fixiert.
Standardmäßig sind die Holme mit einer speziell für uns gefertigten Weichgummiauflage erhältlich (Zellgummi, geschlossenporig und glatte Oberfläche). Fast genauso robust wie die optionale Gummiauflage, ist diese deutlich leichter, weicher und elastischer und passt sich daher gut dem Bootsrumpf an. Die passende Auflage für alle Boote bis ca. 100 kg Kampfgewicht. Aufgrund der fast viskoelastischen Eigenschaft aber nicht für die Dauerlagerung von Booten auf dem Wagen geeignet.
Noch robuster, bei manchen Booten etwas rutschfester aber leider auch schwerer ist die ebenfalls speziell für uns gefertigte härtere blaue Gummiauflage, für die wir leider aufgrund des hohen Materialpreises einen Aufpreis verlangen müssen. Diese passt sich aber nicht der Rumpfform an und ist daher nur für im Auflagebereich glatte Rümpfe zu empfehlen, wenn es auf hohe Traglast und Rutschfestigkeit ankommt.
Alternativ gibt es - preisgünstiger und ca. 200g leichter als der leichteste steckbare Holm - starre runde Holme mit einer Weichgummiauflage in 33 cm Länge. Für alle, die die Holme nicht zum Verstauen des Wagens abnehmen müssen, ist dies eine preiswerte und leichtere Alternative. Für schwerere und/oder empfindlichere Boote empfehlen wir allerdings die abnehmbaren Holme, da hier die Boote großflächiger aufliegen bzw. die deutlich dickere Polsterung (bei der Weichgummiauflag) sich auch besser an die Bootskontur anpasst und die Bootshaut dadurch weniger belastet wird. Hinweis: Der Wagen ist mit den Rundholmen knapp 3 cm niedriger als mit den abnehmbaren Holmen. Eine Nachrüstung mit anderen Holmen oder der stufenlosen Verstellbarkeit des Holmabstands ist bei den starren Rundholmen nicht möglich.

Holmabstand und Fixierung der Radbeine auf der Traverse:

Die Traversenbreite bestimmt die maximale Wagenbreite und den Abstand der Auflageholme. Die Länge der Traverse (wichtig fürs Packmaß) ist knapp 5 cm länger als der (maximale) Holmabstand. Die maximale Breite des Wagens ist 15 bis 20 cm breiter als die Traverse (je nach Radbreite). Die Auflagebreite sollte i.d.R. mindestens 20 bis 30 cm kürzer als die Bootsbreite gewählt werden (bei breiteren Booten oder sehr bauchiger Rumpfgeometrie auch deutlich kürzer).
Bei den meisten Faltbooten liegen die Holme optimal knapp innen neben den Senten bzw. Kimmstäben, bei Luftbooten in den Sicken zwischen den Luftkammern. Die erforderlichen Abstände sollten vor der Bestellung am Bootsrumpf oder z.B. an den Mittelspanten gemessen werden.

Orientierungswerte für den Holmabstand:
schmale K1 - 30-40cm, Touren-K1 und schmale K2 - 35-45 cm, K2 und Canadier bis 80cm Breite - 50 cm, breitere Canadier 60 - 70 cm, Abweichungen können sich durch die jeweiligen Rumpfformen ergeben.

Standardausführung ist eine Festbreite (Schraubbefestigung der Radbeine auf der Traverse mit handlicher Griffschraube). Optional fertigen wir die Traversen auch zentimetergenau in Wunschbreite.
Auf Wunsch können wir auch mehrere Festbreiten auf einer Traverse anfertigen oder diese nachrüsten, Option "zusätzliche Festbreite". Das angegebene Wunschmaß muss dabei mindestens 5 cm kleiner als der gewählte maximale Holmabstand sein. Da wir die notwendigen Gewindeeinsätze symmetrisch anbringen, ist jeweils noch ein Zwischenmaß nutzbar.
Beispiel: gewählt: Holmabstand (max): 50 cm, zusätzliche Festbreite: 40 cm, nutzbar sind damit 50, 45 und 40 cm Holmabstand.

Optional wählbar ist ein stufenlos einstellbarer Holmabstand. Hierdurch ist der Wagen flexibel einsetzbar und an verschiedene Boote in der Breite optimal anpassbar. Der Holmabstand lässt sich von 0 bis zum gewählten Maximalmaß einstellen. Die Befestigung der Radbeine erfolgt über einen massiven im Radbein eingesetzten Zugkäfig mit dicker Gummiandruckplatte, wodurch die Radbeine sicher auf der Traverse geklemmt werden. An aktuellen Bootswagen kann diese stufenlose Klemmung auch nachträglich nachgerüstet werden (nur bei abnehmbaren Holmen). Durch den Klemmmechanismus lässt sich der Wagen auch noch schneller zerlegen, da die Griffschraube nur ein paar Umdrehungen gelockert, aber nicht aus dem Radbein herausgeschraubt werden muss. Der Bootswagen ist durch den massiven Klemmmechanismus allerdings etwa 200g schwerer als in der Standardversion.

Räder und Radlager:

Der Wagen ist wahlweise mit Gummi-Luftbereifung (alle mit Autoventil) oder mit deutlich leichteren und pannensicheren Schaumräder erhältlich. Die Lufträder haben den höchsten Rollkomfort und haben robustere Laufflächen, die Schaumräder sind dafür unplattbar, haben aber auch eine geringere Tragfähigkeit.
Für viele Anwendungen, bei denen ein pannensicheres Rad zum Einsatz kommen soll, ist unser neues PUR-Rad 260x55 des Herkules Slim die optimale Wahl. Robust und leichtlaufend, deutlich unempfindlicher und belastbarer als EVA-Schaumräder und zudem eine flachere Lauffläche als die anderen Räder dieser Kategorie. Leider aber auch ein etwas höherer Preis. Lediglich bei oftmaligem Einsatz auf Weichböden (Sand etc.) ist das PUR-Rad 260x80 (Herkules Allround flatfree) durch die breite, flache Auflagefläche die bessere Alternative. Für mühelosen Transport auf festerem Untergrund sind dagegen schmalere Räder vorteilhaft.
Wenn Packmaß und Gewicht egal sind, ist das pannensichere Rad des Allround XL ein wahrer Allrounder, da es sowohl auf Hart- als auch auf Weichböden gute Performance zeigt und durch den großen Durchmesser am geländegängigsten ist.
Die Rolko-Leichtlaufräder (9 u. 3) sind die besten Räder für harten Untergrund, für den Transport am Fahrrad vorzugsweise Rad 9. Je größer der Raddurchmesser, desto leichter fährt der Wagen über Hindernisse (Durchmesser ist viel wichtiger als Breite). Daher empfehlen wir, wenn möglich die Räder ab mindestens 250 mm Durchmesser auszuwählen. Bezüglich der Reifengröße sind die kleinen Räder (5-8) für Geländeeinsatz nur bedingt zu empfehlen.
Ein Vorteil von Speichenrädern ist übrigens, dass man den Bootswagen z.B. mit einem Seil- oder Kettenschloß gegen Diebstahl sichern kann.
Gleitlager emfehlen sich bei gelegentlichem Einsatz unter sauberen Verhältnissen und für den Einsatz im Wasser. Jungfräulich sind unsere Lager sehr leichtlaufend, aber schon etwas Sand zwischen Achse und Lager kann jede Gleitlagerung trotz bester Materialien recht schnell verschleißen (ein Sandkorn ist nunmal härter als jeder Stahl). Deshalb sind Gleitlager etwas pflegeintensiver und sollten öfter gereinigt werden. Gleitlager und Achsen sind an unseren Wagen im Verschleißfall einfach austauschbar (Ausnahme Rad 8). Generell ist die maximale Traglast bei Gleitlagern bei gleichen Rädern kleiner als bei Kugellagern (was für die meisten Anwendungen aber kaum eine Rolle spielt). Außerdem können Gleitlager, insbesondere wenn sie nicht ganz sauber sind, bei längeren Fahrten oder größeren Geschwindigkeiten sehr heiß werden, im Extremfall bis über den Schmelzpunkt. Für Transport über längere Strecken oder am Fahrrad empfehlen wir daher dringend Kugellager zu verwenden.

Die Kugellager sind nur minimal teurer, laufen dafür auf Dauer aber wesentlich leichter und sind aufgrund der beidseitigen Abdichtung unempfindlich gegen Schmutz und Sand. Wir verwenden beidseitig gedichtete Industriekugellager, die zusätzlich mit einem Korrosionsschutz versehen werden. Da eine lebenslange 100%ige Dichtheit gegen Wasser nicht garantiert werden kann, empfehlen wir dringend, bei Einsätzen im oder unter Wasser bzw. beim Kontakt mit Salzwasser ausschließlich die Lager in der Edelstahlausführung einzusetzen. Der moderate Mehrpreis wird mit deutlich besserer Korrosionsbeständigkeit belohnt.
Räder stirnseitig Wichtige Hinweise:
* Bei den EVA-Rädern sind die Betriebslasten angegeben. EVA-Räder sollten nicht längere Zeit im Stillstand belastet werden, da Sie über längere Zeit unter höherer Last kleine Dellen kriegen können. Außerdem wird dieses Material mit zunehmender Temperatur weicher, deshalb vor Überhitzung schützen.
Da Reifenabmessungen von Charge zu Charge streuen, sind Maße und Gewichte nur ungefähre Angaben!
Bitte beachten: Da wir nicht jeden Wagen mit jedem Rad fertig montiert am Lager haben, kann es je nach Auswahl zu einigen Tagen zusätzlicher Lieferzeit kommen.

Radbefestigung:

Die kugelgelagerten Räder sind immer fest montiert und auf der Außenseite mit einer formschönen, dicht geklebten Radkappe versehen. Die gleitgelagerten Räder können wahlweise mit einem formschönen Schnellverschluss (siehe Bild links) oder in der Budget-Version mit einer Verschraubung (10mm Schlüsselweite) geordert werden. Der Schnellverschluss ist einfach von Hand betätigbar.

Hinweis: Die im Schnellverschluss enthaltene Feder ist aus verzinktem Stahl.